{"id":2849,"date":"2019-01-11T08:19:27","date_gmt":"2019-01-11T08:19:27","guid":{"rendered":"http:\/\/4054c98.online-server.cloud\/blog\/?p=2849"},"modified":"2019-01-11T09:15:28","modified_gmt":"2019-01-11T09:15:28","slug":"digitale-lernkarten-ist-schnell-geflippt-schon-gelernt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.p-didakt.com\/blog\/digitale-lernkarten-ist-schnell-geflippt-schon-gelernt\/","title":{"rendered":"Digitale Lernkarten: Ist schnell geflippt schon gelernt?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lesen, Flippen, Lernen. Eine der bekanntesten Lernmethoden hat den Sprung in die digitale Welt geschafft: Die Lernkarten. Als schnell, effektiv und kosteng\u00fcnstig beworben, interessieren sich immer mehr Nutzer und Akademien f\u00fcr dieses Format. F\u00fcr das Vokabellernen haben wir vermutlich alle schon einmal erfolgreich Karteikarten als Lernkarten verwendet. Aber wie gut eignet sich diese Methode als digitales Lernformat? Gehen wir der Sache gemeinsam auf den Grund.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Den Einsatz von Lernkarten, Karteikarten oder auch Flashcards kennt wohl jeder noch aus der eigenen Schulzeit. Das Prinzip ist so einfach wie effektiv: Vokabel, Frage oder Thematik auf die eine Seite und die \u00dcbersetzung, Antwort oder Erl\u00e4uterung auf die R\u00fcckseite. Die simple Geheimformel zum Lernerfolg lautet: sehr kleine Wissensh\u00e4ppchen mit h\u00e4ufigen Wiederholungszyklen. Und dieses Prinzip l\u00e4sst sich gut weiter ausbauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong>Die Attraktivit\u00e4t von Lernkarten<\/strong><\/h5>\n<p>Die klassische Karteikarte hilft nicht nur beim Vokabellernen, sondern kann auch vielseitig f\u00fcr andere Wissensbereiche eingesetzt werden. \u201eWann und wo startete die franz\u00f6sische Revolution?\u201c, \u201eWas versteht man unter Compliance?\u201c oder auch \u201eWie sch\u00fctzen Sie Ihre Daten im Alltag?\u201c. So k\u00f6nnten Beispiele f\u00fcr sinnvoll verwendete Lernkarten aussehen.<\/p>\n<p>Niemand lernt gro\u00dfe Stoffmengen vollst\u00e4ndig und dauerhaft in einem Durchgang \u2013 didaktische Redundanzen und regelm\u00e4\u00dfige Wiederholungen sind Voraussetzung f\u00fcr nachhaltiges Lernen.<\/p>\n<p>Verwendet man ein Karteikastensystem (nach <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-uITHYR8HTE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sebastian Leitner<\/a>) wiederholt man vor allem das noch nicht beherrschte Wissen systematisch so lange, bis man alle Karten verinnerlicht hat. Das regelm\u00e4\u00dfige Mischen der Karten wirkt dabei dem ungewollten Reihenfolge-Effekt entgegen. Diese Form des selbstregulierten Lernens mit sofortigem Feedback f\u00fchrt zu schnellen Lernerfolgen und f\u00f6rdert dadurch auch die Motivation. Deshalb punktet die Lernkarte vor allem beim Lernen von Fakten- und Detailwissen sowie beim \u00dcben von Vokabeln oder f\u00fcr Multiple Choice Tests. Verbl\u00fcffend, was Papierkarten und ein Pappkarton alles so k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Schreibt der Lerner seine Karten selbst, zwingt ihn die notwendige Reduktion der Themen und Inhalte auf die Gr\u00f6\u00dfe einer Lernkarte dazu, umfangreichere Inhalte auf kurze Stichworte oder Zusammenfassungen zu verdichten. So entsteht schon beim Schreiben einer Lernkarte ein wichtiger Lerneffekt, indem der Lerner filtert, was besonders relevant ist und das Thema f\u00fcr sich strukturiert. Und so erarbeitet er sich gleichzeitig auch einen \u00dcberblick \u00fcber den Wissensbereich \u2013 und schafft damit einen Kontext, in dem die Einzelinformationen auf den Karten f\u00fcr ihn ihre Bedeutung entfalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong>Flipcard 2.0: Die Lernkarte wird digital<\/strong><\/h5>\n<p>Inzwischen hat die Papierkarte unserer Schulzeit den Sprung aus dem Schuhkarton in die Welt der Bits &amp; Bytes geschafft. Zahlreiche Anbieter preisen euphorisch die zahlreichen Vorteile des Klassikers im digitalen Format.<\/p>\n<p>Und die digitale Lernkarte bietet inzwischen tats\u00e4chlich mehr als Text und Bild auf der Vorder- und R\u00fcckseite einer digitalen Flipcard. Mit vergleichsweise wenig Aufwand k\u00f6nnen zahlreiche Medien, wie Audios, Videos, 3D Grafiken etc. auf digitalen Flipcards eingesetzt werden. So k\u00f6nnen nicht nur unterschiedliche Lernertypen (auditiv, visuell, kommunikativ, motorisch) angesprochen werden. Die verschiedenen Medienformate k\u00f6nnen zudem gezielt f\u00fcr das Erreichen unterschiedlicher Lernziele ausgew\u00e4hlt und eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Das sind sicherlich relevante Argumente f\u00fcr den Einzug der Flipcards in das Unternehmenstraining. F\u00fcr die Ersteller von Flipcards bietet sich dadurch viel Raum f\u00fcr Kreativit\u00e4t, anstelle von Langeweile auf grauem Papier. Und ohne Akzeptanz beim Lerner f\u00fchrt kein Training zum Erfolg.<\/p>\n<p>Vorteile gibt es auch im Workflow: Bei einigen Systemen k\u00f6nnen Fachexperten und sonstige Stakeholder bei der Erstellung von Flipcards einfach und flexibel mitwirken: Sie k\u00f6nnen Karten selbst erstellen und Feedbacks zu Kartenentw\u00fcrfen direkt im Tool platzieren. Statt lange Textdokumente austauschen und einarbeiten zu m\u00fcssen, sind die Ergebnisse f\u00fcr alle Beteiligten sofort sichtbar. F\u00fcr die Entwickler bedeutet dies im Idealfall: die Karten k\u00f6nnen schnell visualisiert und produziert werden, bei geringem Aufwand f\u00fcr die Einarbeitung von Korrekturen und Feedbacks. Ihr Projektmanager wird es Ihnen danken.<\/p>\n<p>Auch der Lerner sp\u00fcrt einen Mehrwert: Einige Systeme bieten die Funktionalit\u00e4t, dass die richtigen und falschen Antworten des Lerners automatisch erfasst und in festgelegten Wiederholungszyklen dem Lerner erneut vorgelegt werden k\u00f6nnen. So geht nichts verloren und der Lerner wird in seinem Lernvorgang optimal unterst\u00fctzt. Bietet das System eine responsive Darstellung der Inhalte an, hat der Lerner zus\u00e4tzlich den Vorteil, jederzeit auch mobil auf seinem Smartphone lernen zu k\u00f6nnen. Zeit- und ortsflexibles Lernen wie man es sich w\u00fcnscht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2851\" data-permalink=\"https:\/\/www.p-didakt.com\/blog\/digitale-lernkarten-ist-schnell-geflippt-schon-gelernt\/mann_am_schreibtisch\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.p-didakt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?fit=1202%2C692&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1202,692\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"mann_am_schreibtisch\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.p-didakt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?fit=300%2C173&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.p-didakt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?fit=736%2C424&amp;ssl=1\" class=\"aligncenter wp-image-2851 size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/4054c98.online-server.cloud\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?resize=736%2C424\" alt=\"\" width=\"736\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.p-didakt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?w=1202&amp;ssl=1 1202w, https:\/\/i0.wp.com\/www.p-didakt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?resize=300%2C173&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.p-didakt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?resize=768%2C442&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.p-didakt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?resize=1024%2C590&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.p-didakt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mann_am_schreibtisch.jpg?resize=600%2C345&amp;ssl=1 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 736px) 100vw, 736px\" \/><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h5><strong>Die Grenzen des Allesk\u00f6nners<\/strong><\/h5>\n<p>Dann setzen wir doch am besten nur noch Lernkarten ein?<\/p>\n<p>Keine gute Idee, denn wie jedes Format hat nat\u00fcrlich auch dieses seine Grenzen: Analoge wie auch digitale Lernkarten reduzieren komplexe Inhalte auf simple, kurze Stichpunkte. Erstellt dann ein Fachexperte oder die Trainingsabteilung die Karten und nicht der Lerner selbst, dann fehlt genau der wichtige Lernschritt, sich selbst die komplexen Inhalte zun\u00e4chst zu erarbeiten und dann die Inhalte selbst zu verdichten. So l\u00e4uft der Lerner Gefahr, zwar die Details zu wissen, aber die Zusammenh\u00e4nge nicht erkennen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit den Karten allein k\u00f6nnen F\u00e4higkeiten, die das Denken in Zusammenh\u00e4ngen erfordern, also nicht aufgebaut werden. Beispiel daf\u00fcr w\u00e4ren die Abw\u00e4gung von Vor- und Nachteilen oder die Analyse bzw. Bewertung von Fehlern, Gefahren oder Potenzialen. Auch geht in diesem Medium durch die Reduktion auf das Wichtigste nicht selten die Vermittlung von Zwischent\u00f6nen oder Schattierungen verloren.<\/p>\n<p>Gut geeignet sind Lernkarten also f\u00fcr die Vermittlung von Faktenwissen. Reines Lernkarten-Lernen birgt aber immer das Risiko einer zu gro\u00dfen Simplifizierung und des Aufbaus eines nicht ausreichend vernetzten Detailwissens.<\/p>\n<p>Und weiterhin gelten beim Einsatz von verschiedenen Medienarten auf einer digitalen Lernkarte nat\u00fcrlich auch dieselben Regeln wie bei allen anderen Medienproduktionen: Was technisch machbar ist, ist nicht zwangsl\u00e4ufig auch didaktisch (lern-) zielf\u00fchrend und methodisch sinnvoll. Der Autor braucht mediendidaktische Kompetenzen, um die Lerner mit den verschiedenen Medien gut zu unterst\u00fctzen und nicht vor allem abzulenken oder zu \u00fcberfordern.<\/p>\n<p>Da in diesem Lernformat die sinnvoll eingesetzten Wiederholungszyklen Voraussetzung f\u00fcr den dauerhaften Wissensaufbau sind, muss der Lerner auch hierbei technisch unterst\u00fctzt werden. Leider bieten aber l\u00e4ngst nicht alle digitalen Lernkartensysteme auch diese Funktion mit an.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h5><strong>Einsatz von digitalen Lernkarten: Gewusst wie!<\/strong><\/h5>\n<p>Zusammenfassend vier Tipps f\u00fcr den sinnvollen Einsatz:<\/p>\n<p>[accordions id=&#8220;2855&#8243;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lernkarten bergen das Potential, in passenden Szenarien nachhaltig Wissen zu vermitteln. Nehmen Sie sich die Zeit, diese zu durchdenken. Ihre Lerner werden es Ihnen danken.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wenn diese Einblicke interessant f\u00fcr Sie sind, lesen Sie auch unseren Blog-Artikel \u201c<a href=\"http:\/\/4054c98.online-server.cloud\/blog\/alles-besser-mit-video-learning\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alles besser mit Video-Learning?<\/a>\u201c<\/strong><strong> \u2013 und freuen Sie sich auf kommende Formate auf dem Pr\u00fcfstand. Das n\u00e4chste Mal: Virtual Reality.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen, Flippen, Lernen. Eine der bekanntesten Lernmethoden hat den Sprung in die digitale Welt geschafft: Die Lernkarten. Als schnell, effektiv und kosteng\u00fcnstig beworben, interessieren sich immer mehr Nutzer und Akademien f\u00fcr dieses Format. F\u00fcr das Vokabellernen haben wir vermutlich alle schon einmal erfolgreich Karteikarten als Lernkarten verwendet. 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